Heute ist immer noch ... mein Motto 2022 - Kanzleiprofiling

Heute ist immer noch … mein Motto 2022

“Heute ist immer noch” ist mein Jahresmotto für 2022. Wie es mich gefunden hat, können Sie in meinem Jahresrückblog 2021 #reflectandlearn nachlesen.

Wieso ein Motto so wichtig ist

Im letzten Jahr habe ich mir erstmalig ein Motto gegeben: es hieß better done than perfect. Hierzu habe ich genau vor einem Jahr einen Blogartikel geschrieben.

In der Jahresreflexion für 2021 ist mir bewusst geworden, welche Auswirkungen dieses Motto auf meine Arbeit hatte. Wie oft ich Dinge schneller abschließen konnte, weil ich eben nicht noch die fünfte Korrekturschleife drangehangen haben. Wie befreiend es war, wenn mir Fehler unterlaufen sind, die entweder niemandem außer mir aufgefallen sind oder die anderen einfach egal waren.


Ich habe sogar erleben dürfen, dass jemand anderer einen meiner Fehler verteidigt hat (es ging um ein falsch geschriebenes Wort in einem meiner Blogbeiträge, das in den sozialen Medien gerügt wurde). Was für eine schöne Erfahrung!


Ich habe gemerkt, dass niemand an meiner Kompetenz zweifelte, wenn sich in einer Unterlage ein falsches Bild eingeschlichen oder ich aus Versehen einmal zuviel auf copy and paste geklickt hatte.

Wir sind unser stärkster Kritiker und manchmal helfen solche Tricks, ihn nicht allzu laut werden zu lassen.

Das Motto hat mich ein Stück mehr von meinem Perfektionismus befreit, der ja sowieso eine Utopie und völlig hausgemacht ist. Es hat mich schneller zu Ergebnissen geführt und mir damit mehr Raum für anderes geschenkt.

Was mein Motto mit anderen zu tun hat(te)

Und ich durfte selbst erleben, dass mein Motto quasi abfärbte, weil ich auf einmal die “Fehler” anderer auch nicht mehr so stark kritisierte.


Mein Friseur hat eine Strähne zu kurz geschnitten – blöd, aber auch er darf mal einen Fehler machen. Außerdem wachsen Haare ja wieder und dieser Fehler ist irgendwann einfach nicht mehr sichtbar 😁.

Ein Termin wurde falsch eingetragen – ja, dann ist das so. Wir haben einfach einen neuen Termin ausgemacht und uns dann ausgetauscht.

Die Bäckereifachverkäuferin hat mir ein Brötchen, das ich eigentlich nicht bestellt hatte, eingepackt. So hatte ich Gelegenheit, eine andere Brötchensorte zu testen.

Menschen machen Fehler – das ist so. Mir hat mein Motto Raum gegeben, anders mit meinen Fehlern und denen der anderen umzugehen. Dadurch habe ich neue Erfahrungen gesammelt und auch anderen zeigen können, dass es nicht schlimm ist, wenn mal etwas daneben geht. Wie erleichert Menschen reagieren, wenn wir ihnen das nicht krumm nehmen, war immer wieder ein richtig gutes Erlebnis – für den anderen und für mich.

Und ich habe mich noch mehr an Neues rangewagt. Wenn ich keine 100 Prozent anstrebe, fällt es mir leichter, anzufangen und zu sehen, wie weit ich komme. Wenn Dinge einfach fertig werden müssen, ist es besser, nicht jedes Details hundertfach zu prüfen. Better done than perfect heißt dann eben auch, einfach mal starten und auch mit einem Ergebnis zufrieden zu sein, dass eben nicht perfekt ist – weil es auch gar nicht wichtig ist, das es perfekt ist.

Ohne diese Einstellung hätte ich meinen Onlinekurs im letzten Jahr sicherlich nicht launchen können, sondern wäre in der Perfektionsschleife gefangen geblieben.

Ich schreibe soviel über das “alte” Motto, weil es in diesem als Backup erhalten bleiben soll. Es hat mir einfach gut getan. Dennoch bekommt dieses Jahr natürlich ein eigenes Motto:

Heute ist immer noch … bietet Raum

Das Motto hat mich wohl gefunden, weil es mir Raum bietet. Auf andere Weise als better done than perfect.
Heute ist immer noch… gibt Gelegenheit für etwas. Der Tag bietet doch oft mehr Chancen als wir wahrnehmen oder nutzen.

Ein Beispiel:
Heute ist immer noch… Raum für einen guten Gedanken. Oder Gelegenheit für eine kurze Tagesreflexion. Für eine gute Tasse Kaffee und zum innehalten.
Dieses Motto verspricht mir kleine Räume, die ich sehr individuell nutzen kann aber nicht muss.

Beruflich kann das dann vielleicht auch heißen: Heute ist immer noch ein Tag für ein Akquisegespräch, eine Nachfrage bei einem Kunden, ein kleines to-do.

Viel zu oft denke ich in großen Blöcken und vermeide dann, anzufangen, weil ich ja den großen Block gar nicht mehr schaffen kann. Aber jeder große Block besteht ja letztlich aus einer Vielzahl kleiner Aufgaben, Handgriffe oder Tätigkeiten.

Das Motto soll mich beflügeln, mir der Möglichkeiten eines Tages bewusst zu werden. Bin schon sehr gespannt, ob es mir gelingt.

Heute ist immer noch … bietet Begrenzung

Raum zu haben und ihn mir zu nehmen, ist die eine Sache. Damit das nicht in zuvielen kleinen zusätzlichen Tätigkeiten ausartet (so meine innerliche Befürchtung), braucht es für mich auch eine Begrenzung, die das Motto ebenfalls bietet.

Heute ist immer noch … bietet ebenso die Möglichkeit, auszusteigen und etwas gänzlich anderes zu machen.

Ich merke, das ich immer schneller in meinem eigenen Hamsterrad renne – dann ist heute immer noch der Raum, den ich mir für eine Mußestunde mit einem guten Buch nehmen kann statt die xte Stunde in den Feinschliff einer Präsentation zu stecken.

Heute ist immer noch die Gelegenheit für ein gutes Telefonat mit meiner Tochter – und damit die Beendigung meines Arbeitstages.

Heute ist immer noch ein Tag für mich und nicht nur für andere. Ich kann und darf mich abgrenzen, mir eigenen Freiräume nehmen und mich gut um mich kümmern.

Ich freue mich auf das Motto und brauche mir keine Sorgen zu machen, ob ich mich an es erinnere. Das hat im letzten Jahr schon prima geklappt und wird es in diesem Jahr bestimmt auch.

Wenn Sie ein Motto haben, schreiben Sie es gerne in die Kommentare. Wieso haben Sie sich dieses Motto ausgesucht? Was soll es für Sie “tun” oder wovon soll es Sie abhalten?

Haben Sie vielleicht noch einen ergänzenden Gedanken zu meinem Motto? Dann her damit! Ich freue mich sehr, wenn Sie mit mir hier in den Austausch gehen und wir voneinander lernen können.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls ein Jahr mit vielen guten Momenten und einem Motto, das es so richtig gut mit Ihnen meint.

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