7 Trends in der Steuerberatung für das neue Jahrzehnt - Kanzleiprofiling

7 Trends in der Steuerberatung für das neue Jahrzehnt

Neues Jahr, neuer Ausblick auf die Branche und wieso ich mir anmaße,
7 Trends in der Steuerberatung zu definieren und auch noch einen Artikel darüber zu schreiben.

Wer mich und meine Arbeit kennt, weiß, dass ich in vielen unterschiedlichen Kanzleien zuhause tätig bin.
Entweder als Coach (was es eher selten ist) oder als Beraterin für die Entwicklung einer kanzlei spezifischen Recruiting- und Onboarding Strategie (auf deutsch: Mitarbeiterfindung und Einarbeitung/Bindung). Oder es geht um die Modernisierung der Kanzlei Abläufe und der Zusammenarbeit (Stichwort: agiles Unternehmen). Alles keine Themen für den kleinen Hunger zwischendurch. In der Regel begleite ich “meine” Kanzleien über mehrere Monate.

Und so bekomme ich einiges mit. Von Kanzleiinhabern ebenso wie von Mitarbeitenden in den Kanzleien.
Jetzt führe ich keinerlei Statistiken oder so etwas, aber wer aus der Branche kommt (so wie ich ursprünglich), der kann manche Sachverhalte einschätzen.
Ich habe mal überlegt, was mir in den letzten Jahren aufgefallen ist und diese 7 Trends sind herausgekommen:


Trend # 1: Verunsicherung in der Branche

7 Trends in der Steuerberatung
Trend 1Verunsicherung in der Branche

Was ich wahrnehme, ist eine grundsätzliche Verunsicherung in der Branche. Alles, was jahrzehntelang galt, gilt plötzlich nicht mehr.

Arbeitsweisen, Mandanten, Mitarbeiter – alles verändert sich in einem nie dagewesenen Tempo und ich habe Verständnis für alle die, die zunächst auch erst mal etwas jammern wollen, wenn wir über die aktuelle Kanzlei Situation sprechen.
Weiß ich doch seit meinem Jahresrückblick, dass jammern manchmal eine gute Idee ist.
Wenn man danach auch wieder ins Tun kommt…

Gespräche mit den Älteren

Es macht einen deutlichen Unterschied, ob ich mit jungen oder älteren Kanzleiinhabern spreche. Gerade die älteren und damit meine ich die ab 50 (Darf die das? Ja, ich darf das, gehöre ich doch selbst dazu 😉) sind diejenigen, die sich schwertun.

Was Wunder:
Sie haben noch gut und gerne 15-17 Berufsjahre vor sich. Sie müssen sich also auf jeden Fall noch mit allen Neuerungen befassen (und ich meine nicht die steuerlichen).
Gleichzeitig sind das aber auch diejenigen, die massiv an sich selbst arbeiten und sich persönlich verändern müssen, damit sie den neuen Anforderungen an moderne Kanzleiführung gerecht werden. Und auch das müssen sie, weil ihnen sonst alle jungen und gut qualifizierten Mitarbeiter wegrennen. Und das schneller als man bis 3 zählen kann.

Wobei die Veränderungsbereitschaft sicherlich nicht nur auf die Kanzleiinhaber zutrifft. Mitarbeiter ähnlicher Jahrgänge sind genau so betroffen.

7 Trends in der Steuerberatung
Trend 2 Neue Mandanten fordern neue Arten der Beratung und Zusammenarbeit

Trend # 2: Neue Mandanten fordern neue Arten der Beratung und Zusammenarbeit

Ich berate eine sehr gut aufgestellte Kanzlei im Rheinland, die die Zeichen der Zeit erkannt hat. Sie haben sich für eine moderne Zielgruppe entschieden. “Influencer” sollen es sein. Ich unterstelle jetzt meiner geneigten Leserschaft, dass das kein Fremdwort für sie ist. Ansonsten verweise ich auf diesen Wikipedia Eintrag. Menschen dieser Branche sind nicht digital, sie leben digital.

Influencer sind nicht digital, sie leben digital

Sie können sich nicht vorstellen, Ihre Buchhaltungsbelege auszudrucken, abzuheften und monatlich in der Kanzlei vorbei zu bringen.

Abgesehen von steuerlichen Fragestellungen wie dieser hier, die sicherlich an der einen oder anderen Stelle herausfordernd sein können, erfordert ein solches Mandat einen digitalen Workflow in der Kanzlei.
Je einfacher, desto besser.

Sie haben keinerlei Verständnis dafür, dass sie Belege Stück für Stück in irgendwelche Plattformen hochladen und umständlich verschicken sollen. Wo sie sonst alles mit ihrem Handy erledigen. Sie haben richtig gelesen – alles.

Auch Besprechungen finden digital statt- ein persönliches Treffen stellt für die Vertreter dieser Berufsgruppe keinen Mehrwert dar. Statt dessen erwarten sie kollaborative Austauschplattformen, auf denen man unkompliziert und schnell Informationen austauscht und in Kontakt zueinander treten kann.

An die Stelle der jährlichen retrospektiven Beratung tritt die tagesaktuelle “Instant Beratung”.

Das ist jetzt vielleicht bestimmt eine Verallgemeinerung – zeigt aber das Problem deutlich auf.

Echtzeit Beratung ist gefragt – kein retropektives Bilanzgespräch

Wenn Steuerberater die neuen Unternehmer und neue Berufsgruppen vertreten wollen (und das sollten sie tunlichst), dann reicht es nicht aus, eine gute steuerliche Beratung sicherzustellen – denn das wäre der dritte vor dem ersten Schritt.

Es entstehen immer mehr neue Berufe mit neuen Anforderungen an Beratungen. Überflüssig zu sagen, dass solche Mandanten keinen besonderen Wert auf ein retrospektives Bilanzgespräch legen. Sie setzen “Echtzeit Beratung” voraus, um gute und relevante unternehmerische Entscheidungen treffen zu können.

Dazu ein Beispiel:

Die jungen Wilden”

Bei meinem Lieblingsitaliener, den ich gerne zu einem kleinen mittäglichen Imbiss aufsuche (und das gerade sehr vermisse), habe ich folgende Situation erlebt:
Stellen Sie sich einen sehr großen, sehr hohen Raum mit Glasfronten an zwei Seiten vor. Der Raum ist mit kleinen Holztischen eng bestückt (vor Corona!). Mittags sitzt man in langen Reihen und wenig Abstand zueinander. Da hört man unfreiwillig die Gespräche am Nachbartisch mit. Neben mir saßen 6 junge Männer, die sich über Buchhaltungsprogramme unterhielten. Das machte mich natürlich neugierig.

Ich mache es kurz:
Fazit war: Die Programme sind umständlich, unmodern und 3 der 6 Unternehmer überlegten gerade, wie sie sich selber ein besseres Programm bauen könnten, das sie mit ihren jeweiligen internen Abläufen verbinden wollten.  Auf die Frage nach steuerlicher Unterstützung von Beratern winkten alle ab: sie bräuchten Echtzahlen und nicht nach 6 Wochen eine Auswertung, mit der sie nichts mehr anfangen könnten. Und für das Einlesen und maschinelle Verarbeiten der Daten seien sie nicht bereit, hohe Honorare zu zahlen.
BÄM!

Fazit:
Beratungsangebote müssen deutlich flexibler und viel mehr auf die speziellen unternehmerischen Bedarfe ausgerichtet werden.
Und mit Buchhaltungen ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

Bearbeitung und Beratung wird aktueller und schneller. Das schafft man nur mit agilen Arbeitsmethoden. Eine komplette Abkehr von der alten chronologischen Abarbeitung hin zu tagesaktuellen Anforderungen und Priorisierungen.

7 Trends in der Steuerberatung
Ttrend 3 Nicht nur Mandanten ändern sich - Mitarbeiter auch

Trend # 3: Nicht nur Mandanten ändern sich – Mitarbeiter auch

Trend Nummer 3 betrifft die Mitarbeitenden der Kanzleien:
Nicht nur Mandanten ändern sich- Mitarbeiter tun es auch. Schaut man sich die Generation Y (geboren zwischen Anfang der 80iger bis Mitte der 90iger Jahre) und die Generation Z (zwischen 1997-2012 geboren) an, stellt man in der täglichen Zusammenarbeit gravierende Unterschiede fest.


Das sind die Generationen, die in jeder Kanzlei zu finden sind, wenn sie nicht völlig überaltert ist. Die haben ganz andere Probleme…


Menschen dieser Generationen haben ein anderes Werteverständnis, was sich eben auch auf die Arbeit und die Mitarbeiterführung auswirkt.
Klassische Führungsmethoden funktionieren bei diesem Mitarbeitenden nicht.
Zu Unrecht wird ihnen Egozentrismus vorgeworfen, nur weil sie auf eine ausgewogene Work-Live-Balance bestehen und Arbeit nicht mehr alleiniger Sinnstifter ist.

Arbeitsbedingungen sind durch die Generaionen Y und Z besser geworden


Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass die Arbeitsbedingungen in vielen Kanzleien besser geworden sind, seit diese Mitarbeitenden sich althergebrachten Überzeugungen widersetzen.


Sie haben die “Macht des Fachkräftemangels” erkannt und agieren aus der inneren Überzeugung heraus, dass gute Arbeitsbedingungen und Führung die Basis für gute Leistung sind. Und die geben sie dann auch ab. Im Rahmen der gegenseitigen Vereinbarungen.

Ich selber entstamme der “Generation Golf” und auch uns wurde vieles nachgesagt – zu Unrecht.
Begehen wir also nicht den Fehler, dass die jungen Wilden uns aufsässig erscheinen, nur weil sie sich für eine andere Lebensform entschieden haben und andere Werte vertreten.

Mein Name ist Marion Ketteler
Fachkräftemangel
Recruiting für Steuerberater


Führungskräfte und das sind ALLE Kanzleiinhaber – haben die Pflicht, sich auch in ihrer Führungsarbeit weiterzubilden.
Wenn nicht freiwillig – dann wenigstens unfreiwillig, weil sie sonst keine neuen Mitarbeitenden mehr für sich gewinnen können.
Die Arbeit wird komplexer, herausfordernder und schneller für alle Beteiligten. Gute Rahmenbedingungen sind das Mindeste, was Führungskräfte tun können, um gemeinsam an guten Ergebnissen zu arbeiten.

7 Trends in der Steuerberatung
Trend 4 Arbeitsweisen verändern sich - das hat Auswikrungen auf die Führung

Trend # 4: Arbeitsweisen verändern sich –
das hat Auswirkungen auf die Führung

Corona hat gezeigt, dass es durchaus auch in der Steuerberatung möglich ist, Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten zu lassen. War davor übrigens für die meisten Kanzleien unvorstellbar. Sachen gibt´s …


Im ersten Lockdown war ich denn doch teilweise mehr als überrascht (gelinde formuliert. In Wahrheit war ich entsetzt 🤨), dass so manche Kanzleien ihre Mitarbeiter zwar nach Hause geschickt haben. Jedoch ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie Zusammenhalt, Team und Führung unter den neuen Bedingungen funktionieren soll.

Nicht nur, dass nicht wenige Mitarbeitende ohne Kamera oder ohne eine Kollaborationsplattform nach Hause geschickt wurde (“die haben ja alle ein Handy!”). Es wurden sich auch schlicht keine Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen das auf die eigene Führungsarbeit hat.

Besondere Situation zeigen Führungsstärke – oder eben auch nicht


Ja, ich weiß: es war eine besondere Situation. Aber Führungskräfte beweisen ja dann gerade ihre Stärke, wenn sie mit unvorhergesehenen Situationen gut und überlegt umgehen können .
Da hat sich so mancher wohl eher mit Marmelade am heimischen Frühstückstisch bekleckert- aber nicht mit Ruhm!

Ganz zu schweigen davon, dass sie ihre Mitarbeiter so schnell wie möglich wieder zurück in die Kanzlei beordert haben. Statt die Gelegenheit zu nutzen, darüber nachzudenken, welche positiven Aspekte sich ergeben haben und wie die Kanzlei das für die Zukunft nutzen kann. Zum Wohle der Beschäftigten!


In Zukunft werden sicher (noch) mehr dieser Führungskräfte von den eigenen Mitarbeitern abgestraft – und das ist gut so. Gute Führung hat jeder Mitarbeiter verdient. Gute Führung startet mit Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter. Und Vertrauen ist das Gegenteil von Kontrolle.

Damit sind wir auch quasi gleich beim Trend Nummer 5:

7 Trends in der Steuerberatung
Trend 5 Der Steuerberater als Coach und Unternehmer

Trend # 5: Der Steuerberater als Coach und Unternehmer

Steuerberater sind auch Unternehmer, weil sie ein Unternehmen führen. Der Umstand, dass sie fast nie Akquise machen und in der Regel keine wirtschaftlich bedenkliche Situationen bestehen müssen, sind keine Indizien, die dagegen sprechen.

Tatsächlich erlebe ich viel zu viele Kanzleiinhaber, die sich dieser Tatsache nicht bewusst sind. Das hat Konsequenzen.
Kanzleiinhaber, die sich nicht als Unternehmer, sondern “nur” als Steuerberater definieren, laufen Gefahr, wichtige Trends zu verpassen und ihre Kanzlei in den Abgrund zu steuern.

Unternehmer wissen, dass sie vor allen Dingen AN ihrem Unternehmen arbeiten müssen und nicht IN ihrem Unternehmen. Sie nehmen Networking ernst, weil Austausch und Vernetzung essentiell für die Zukunft sind und sie wissen, wie wichtig eine gute Außendarstellung ist.

Unternehmer versus “Zahlen DJ´s”

Steuerberater, die sich selbst als Unternehmer verstehen, können ihren Mandanten auch als solche begegnen.
Ansonsten bleiben es die “Zahlen DJ´s”, die immer nur über die Vergangenheit und wirres Beamtendeutsch sprechen, das niemand versteht. Ich weiß, ich übertreibe maßlos.

Moderne Steuerberater verstehen sich als Coach Ihrer Mandanten und Mitarbeiter. Sie wissen, dass ihr Wissen in vielen Bereichen gefragt ist und sie aktiv an der Steuerung fremder Unternehmen (nämlich der ihrer Mandanten) beteiligt sind.
Aktive Beratung und Begleitung sind hier die Stichworte.
Gute Steuerberater sind die, die ihre Mandanten zu jeder Zeit(!) aktiv beraten. Die nicht nur beim Bankgespräch dabei sind, wenn eine neue Finanzierung geregelt werden muss. Oder schon die Stirn runzeln, wenn der Mandant mal wieder anruft und irgendeine Frage beantwortet haben möchte.

Sie sind aber ebenso Coach für ihre Mitarbeiter. Sie haben erkannt, dass jeder Mitarbeiter anders und individuell gefördert und gefordert werden will. In kleinen Kanzleien ohne eigene HR Abteilung oder Zwischenhierarchien liegt es in der Hand des Inhabers, wie gut sich seine Mitarbeiter entwickeln und damit auch die Kanzlei insgesamt.

Das so wenig Führungskräfte und Kanzleiinhaber noch nicht einmal in so wichtigen Skills wie in Kommunikation, Konfliktmanagement und Mitarbeiterführung ausgebildet sind oder sich schulen lassen, verstehe wer will. Ich jedenfalls nicht.

Selbst die Kammern und Verbände verschließen sich diesen Themen. Sogar im Curriculum zur Ausbildung zum Steuerberater sucht man sie vergebens. Noch nicht einmal Grundlagen zur Selbst- und Mitarbeiterführung findet man. Als ob jeder, der in der Lage ist, komplexe steuerliche Sachverhalte aufzudröseln, gleichzeitig eine Spitzenführungskraft ist. Wie er das macht- keine Ahnung.

7 Trends in der Steuerberatung
Trend 6 Mitarbeiterauswahl als Schlüssel zum Erfolg

Trend # 6: Mitarbeiterauswahl als Schlüssel zum Erfolg

Der viel beschworene Fachkräftemangel grassiert ja angeblich auch in der Steuerberatungsbranche.
So ganz glauben mag ich das nicht.
In 2020 befanden sich 18.103 Menschen in der Ausbildung zur/m Steuerfachangestellte/n (Quelle: www.freie-berufe-berlin.de Zugriff am 06.01.2021). 18.103 neue qualifizierte Mitarbeiter, die in spätestens drei Jahren die Kanzleien unterstützen.

Das viele nach der Ausbildung den Arbeitgeber wechseln oder in die Wirtschaft oder Industrie abwandern, hat Gründe.
Bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung und weniger Stress sind einige der Gründe, die immer wieder genannt werden, wenn junge und gut ausgebildete Fachkräfte den Ausbildungsbetrieb verlassen.

Ketzerische Frage:
Wer ist nochmal für die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung und den Stress im Büro verantwortlich? Der Azubi ist es jedenfalls nicht.

Wenn Kanzleien besser verstehen würden, was ihre Mitarbeiter bewegt, was sie wollen und was sie auch NICHT wollen, sähe der Arbeitsmarkt und die kanzleiinterne Situation anders aus.

Was zählt, ist Unternehmenskultur

Zukünftig werden die Kanzleien von guten Fachkräften profitieren und keinerlei Mühe haben, Nachwuchs zu bekommen, die verstanden haben, dass ihre Unternehmenskultur darüber entscheidet, ob sich Mitarbeiter für sie oder für die Konkurrenz entscheiden.

Sicherlich wird es nicht ohne ein gutes Recruiting und Onboarding gehen. Kanzleiinhaber, die erkannt haben, dass sie die ersten Schritte für neue Mitarbeiter gehen müssen, scheuen davor nicht zurück.


Ich bin überzeugt, dass jede Kanzlei am besten weiß, welche Mitarbeiter gut zu ihnen passen. Dennoch werden viel zu oft diejenigen eingestellt, die sich “zufällig” beworben haben. Um dann ein paar Monate später festzustellen, dass es doch nicht klappt.

Schuld hat auf jeden Fall der neue Mitarbeiter und keinesfalls die Kanzlei, die sich für den falschen Kandidaten entschieden hat, weil sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben.
Da scheint dann auch der finanzielle Schaden billigend in Kauf genommen zu werden – Auswahl und Einarbeitung kosten schließlich viel Geld. Abgesehen von der sinkenden Motivation leistungsstarker Kollegen, die gerne für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter herangezogen werden.
Wer hat schließlich schon Lust, immer wieder von vorne anzufangen und kein gutes Ergebnis zu erzielen?


Statt zu erkennen, dass hier ein struktuelles Problem vorliegt, wird lieber in derselben Art und Weise agiert. Getreu dem Motto: Wenn ich das mache, was ich immer gemacht haben, bekomme ich das Ergebnis, was ich immer bekommen habe. Unglaublich, aber Praxis.

Dabei kenne ich Kanzleien, die haben richtig gute Bewerbungen auf Halde liegen. Und das nicht, weil sie in einer der vier Großstädte ansässig oder riesengroß sind und Spitzengehälter zahlen. Sie haben es geschafft, weil sie sich ihrer Unternehmenskultur bewusst sind, an ihrem Unternehmen gearbeitet haben und somit automatisch die passende Mitarbeiter anziehen.

Fazit:
Sie können den Mythos Fachkräftemangel in Ihrer Kanzlei manifestieren – oder sich dagegen entscheiden. Eine Entscheidung treffen Sie in jedem Fall.

7 Trends in der Steuerberatung
Trend 7 Steuerberatung wird interdisziplinärer und sichtbarer - Kleine kanzleien haben das Nachsehen

Trend #7: Steuerberatung wird interdisziplinärer und sichtbarer – kleine Kanzleien haben das Nachsehen

Meinen letzten Trend Nr.7 in der Steuerberatung habe ich oben bereits angesprochen: Die Berufsbilder in den Kanzleien ändern sich und damit auch die Arbeitsweisen und die Mitarbeiter.
Die Anforderungen steigen und keine Kanzlei hat Antworten auf alle Fragen. Es geht also um Vernetzung und Kompetenzerweiterung, um den Anforderungen von morgen gerecht zu werden.

Im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung ist es längst passiert: Nicht alle Mandanten können dieselben Programme für ihre internen Prozesse nutzen und dennoch muss der Steuerberater in der Lage sein, alle Daten der Mandanten anzunehmen.

Die größeren Kanzleien gründen entweder eigene IT-Firmen oder stellen Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen ein. Sie schließen sich in Netzwerken zusammen, um ihre Mandanten bestmöglich zu unterstützen.
Kleine Kanzleien haben das Nachsehen, weil sie einfach nicht genügend Manpower haben, um alle Bereiche abzudecken.

Kanzleien, die neue Mitarbeiter oder spezielle Mandanten suchen, wissen auch, dass sie um Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. Social Media nicht herumkommen.
Ob Facebook, Instagram oder ein eigener Youtube Kanal- immer mehr Kanzleien werden online sichtbar. Auch dafür müssen Ressourcen geschaffen oder umgeleitet werden. Anstellungen von Social-Media Mitarbeitern sind keine Seltenheit mehr und werden zukünftig Standard sein. Kleine Kanzleien haben oftmals noch nicht mal eine Website. Damit sind sie schlicht unsichtbar. Für Bewerber und für Mandanten.

Auch für die richtige Bewerberansprache und eine gezielte Einarbeitung werden mehr und mehr Personaler beschäftigt. Ein Trend, den ich nur gutheißen kann.

Es muss ein Ruck durch die Branche gehen- nein, er ist es bereits. Aber nicht jede Kanzlei hat den Ruck gespürt.

Wer sich und seine Kanzlei nicht ändert, wird in naher Zukunft nicht mehr am Markt sein.
Denn es gilt immer noch: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

In diesem Sinne wünsche ich allen Kanzleiinhabern und Führungskräften:

Seien Sie aufmerksam und verschlafen Sie keine wichtigen Trends. Das, was Sie immer gemacht habt, wird in Zukunft nicht mehr funktionieren.

Ich bin sehr gerne bereit, meinen Beitrag für Ihre Veränderung zu leisten. Wenn SIE denn wollen!

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