Der perfekte Jobtitel - damit Ihre Stellenanzeige gelesen wird - Kanzleiprofiling
Der perfekte Jobtitel - damit Ihre Stellenanzeigen gelesen werden

Der perfekte Jobtitel – damit Ihre Stellenanzeige gelesen wird

Ein Plädoyer für das Wichtigste Ihrer Stellenanzeige: der richtige Jobtitel.
Wenn Sie keine, zu wenig oder nicht die passenden Bewerbungen erhalten, kann es am falsch gewählten Jobtitel liegen.
Ein perfekte Jobtitel ist das, was dem Suchenden als erstes ins Auge fällt.
Er entscheidet binnen Sekunden darüber, ob er Ihre Stellenanzeige liest oder nicht.
Und darum geht es ja!

Hintergründe

Wenn Sie an einem beliebigen Tag ins Internet gehen und den Begriff „Steuerfachangestellte Jobs“ eingeben, passiert das:
Ungefähr 1.420.000 Ergebnisse (0,78 Sekunden) (Abfrage 15.02.2021).
Für das Beispiel „Steuerfachangestellte Jobs Münster“ sieht es so aus:
Ungefähr 136.000 Ergebnisse (0,61 Sekunden) (Abfrage 15.02.2021)

Wollen Sie aus der Masse der Angebote herausstechen, sollten Sie einen Logenplatz besetzen können.
Der Leser (und nicht Sie) bestimmt, welche Anzeige er liest und was er über sie denkt.
Deswegen sollten Sie es ihm so recht und angenehm wie möglich machen.
Schließlich ist er nicht auf der Suche nach einer Stellenanzeige, sondern nach einem neuen Aufgabengebiet. Vielleicht auch nach einer neuer Herausforderungen, einem Schritt weiter auf seiner Karriereleiter oder schlicht: nach einem neuen Job.

Das ist wichtig zu wissen, weil er den Jobtitel schon darauf prüft und weil er keine rationale Entscheidung trifft. Fällt der innere Abgleich positiv aus und passt der Jobtitel zu den Vorstellungen und Wünschen des Betrachters, ist die Chance ungleich höher, dass er sie auch liest.

Hinzu kommt, so leid es mir tut, dass niemand auf Ihre Stellenanzeige gewartet hat. Der Markt ist voller Angebote und wenn Ihre Anzeige nicht SOFORT überzeugt, dringt sie nicht weiter vor, sondern rutscht durch das Raster des Lesers ins Nirwana.

Mehrwert

Ihre Stellenanzeige ist Ihnen wichtig, das ist klar.
Sie sind auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter, mit dem Sie zukünftig gemeinsam arbeiten wollen.
Das allerdings ist kein Mehrwert für den Interessenten.
Der Bewerber benötigt von Anfang an Informationen, die eine Relevanz für ihn haben. Die ihm einen Mehrwert bieten und einen Nutzen versprechen.
Die mit seinen geheimen Wünschen und Vorstellungen übereinstimmen.
Er scannt alle Stellenanzeigen unbewusst danach ab. Dabei macht er sich nicht die Mühe, hunderte Anzeigen zu lesen und zu vergleichen.

Er entscheidet einfach und schnell mithilfe des Jobtitels, ob es sich überhaupt lohnt, die Anzeige dahinter zu lesen.
Der Jobtitel muss also so relevant, interessant und lohnend sein, dass er in die engere Wahl des Interessenten rückt.

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Die Krux dahinter

Stellenanzeigen verfolgen ein Ziel: den Bewerber zu einer Handlung aufzufordern. Also eine Bewerbung abzugeben.
Schaut man sich das unter Marketing Gesichtspunkten an, wird klar, wie schwierig dieses Unterfangen eigentlich ist:

Es ist in etwa so, als wenn Sie einem Kunden einmalig über einen Text mit ein paar Bildern zu einem umfangreichen Kauf bewegen wollten, der sein Leben nachhaltig verändert.


Dabei wissen wir aus der Marktforschung, dass wir ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein Kaufangebot mindestens 7 mal gesehen haben müssen, damit die Botschaft überhaupt zu uns durchdringt. Sonst gäbe es die ständigen Werbewiederholungen ja auch nicht.
Und dann haben wir noch längst nicht gekauft!

Diese Chance hat Ihre Stellenanzeige nicht. In der Regel wird sie genau 1 mal gesehen oder eben nicht gesehen.
Dem Interessenten werden nicht in Dauerschleife immer und immer wieder die gleichen Anzeigen präsentiert. Sie haben also nur einmal die Chance, wahrgenommen zu werden! Deswegen müssen Sie sofort überzeugen.

Die Abgabe einer Bewerbung ist zudem keine besonders angenehme Tätigkeit. Während ein Kauf ja in der Regel positiv besetzt ist, ist ein Bewerbungsverfahren alles andere als ein angenehmer Prozess. Da müssen Unterlagen gesucht, zusammengetragen, aktualisiert oder neu erstellt werden. Die Vollständigkeit muss gewährleistet werden und der Bewerber hat die Anforderungen des Stellenausschreibers zu befolgen.

Deswegen ist es für den Bewerber so wichtig, dass er sich möglichst passgenau bewirbt. Er möchte das Verfahren möglichst schnell hinter sich zu bringen.

Je größer also der Nutzen für den Bewerber erscheint, desto eher wird er sich bei Ihnen bewerben. Und die anderen links liegen lassen.

Wie werden Sie überhaupt gefunden?

Damit der Prozess für den Suchenden möglichst schnell und unkompliziert verläuft, sucht er im Internet. Das WWW ermöglicht uns eine bequeme Suche vom heimischen Sofa aus. Ob das Kleidung oder ein Job ist: der Interessent geht ins Internet und:

Er gibt eine Frage ein und bekommt eine Antwort.

Auch die eingangs erwähnte Eingabe „Steuerfachangestellte Jobs Münster“ ist eine Frage und die Anzeige der Stellenangebote ist die Antwort darauf.

Notiz am Rande:
Die allermeisten Menschen gehen auch nicht mehr auf spezielle Portale wie Stepstone, Monster, Indeed etc., sondern suchen in der Freitexteingabe bei Google. Deswegen ist „Google for Jobs“ mächtig auf dem Vormarsch und wird in der Zukunft einen großen Teil der digitalen Jobbörsen entbehrlich machen. Doch dazu an einer anderen Stelle mehr.

Und damit ist klar:
Der Jobtitel ist das Auswahlkriterium, nicht die Stellenanzeige selber.

Eine Stellenanzeige ist Personalmarketing

Und deswegen ist ein perfekter Jobtitel auch kein Stellentitel. Der Jobtitel hat eine völlig andere Funktion als der Stellentitel Ihrer hausinternen Stellenbeschreibung. Er soll für die Anzeige werben, sie teasern, sie interessant genug erscheinen lassen, damit der Interessent klickt und liest.
Der perfekte Jobtitel ist sozusagen der klingende Verkaufstitel Ihres Angebots!

Aber: Was im Jobtitel versprochen wird, muss sich in der Stellenanzeige auch wiederfinden. Sonst wirken Sie nicht glaubwürdig. Unglaubwürdige Stellenanzeigen werden bestraft, indem man sich einfach nicht bewirbt.

Man könnte auch sagen, der perfekte Jobtitel ist die Quintessenz Ihrer Stellenanzeige.

Der perfekte Jobtitel- damit Ihre Stellenanzeige auch gelesen wird
Marion Ketteler

So finden Sie den perfekten Jobtitel

Weil der Jobtitel die Quintessenz Ihrer Stellenanzeige ist, kommt er in Ihrer Vorbereitung zum Schluss.
Sie erstellen also zunächst Ihre Aufgabenbeschreibung für die vakante Stelle. Danach entwicklen Sie das korrespondierende Anforderungsprofil des idealen Kandidaten. Dann kommt die Stellenanzeige und daraus destillieren Sie den perfekten Jobtitel.

Hilfreich kann die Überlegung sein, wie der Kandidat sich selber bezeichnen würde. Das gibt er nämlich als Frage in die Suchmaschine ein.

Damit wird klar, dass interne Stellenzeichnungen wie „Back Office Service Team“ kein geeigneter Jobtitel ist, wenn der Interessent selber „Sekretariat“ eingeben würde.

Sie können auch damit beginnen, einfach schlechte Jobtitel zu vermeiden:
Schlecht ist zum Beispiel, wenn der Jobtitel nur die reine Qualifikation des Interessenten beinhaltet.
„Bilanzbuchhalter“, „Steuerfachangestellter“ ist der Interessent ja schon und das bietet ihm (s.o.) keinen Mehrwert.
Vielleicht gibt er das in seiner Suche ein. Viel bessere Chancen haben Sie, wenn Sie die Extrameile für den Bewerber gehen und ihm neben der Qualifikation noch etwas mehr anbieten, das ihn lockt.

Dem Bewerber werden auf seine Suche nach „Bilanzbuchhalter“ vielleicht 30 Angbote auf einer Seite angezeigt.
Wie geht er weiter vor? Er scannt die Ergebnisse, die ihm angezeigt werden.
Klar ist es besser, wenn Ihre Anzeige möglichst weit oben angezeigt wird. Ihre Anzeige hat aber auch noch gute Chancen, wenn etwas Zusätzliches die nötige Aufmerksamkeit erregt. Darüber entscheiden Millisekunden und diese Entscheidung wird unbewusst getroffen. Deswegen ist es gut, in den Jobtitel bestimmte Wörter hinzuzufügen, mit denen der Interessent etwas Positives verknüpft.

Reizwörter im Jobtitel

Solche „Reizwörter“ funktionieren dann gut, wenn sie den Zielen, Wünschen oder Vorstellungen des Interessenten entsprechen.
Das kann eine Ortsbezeichnung sein, die für diejenigen relevant ist, die keine lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen möchten.

Ebenso gut kann das aber auch eine spezielle Ausrichtung innerhalb des Fachgebietes sein. „Steuerfachangestellte für den Bereich E-Commerce“ ist ein gutes Beispiel dafür. Das wird diejenigen ansprechen, die entweder Lust auf einen neuen Bereich haben oder ihn schon kennen und mögen.

Oder vielleicht hätten Sie gerne jemanden mit ganz speziellen zusätzlichen Kenntnissen, also einen „Steuerberater mit Zusatzqualifikation Fachberater für Restrukturierung und Unternehmensplanung“?

Für alle, die jetzt meinen, damit schränkt man den Bewerberpool ein, antworte ich: Ja, aber Sie wollen doch den passenden Mitarbeiter beschäftigen und nicht irgendeinen, oder?
Außerdem hängt es von der Attraktivität Ihrer Kanzlei ab, ob sich Bewerber für Sie entscheiden! Nicht von Ihrer Stellenanzeige. Sie bietet nur den ersten aber entscheidenden Kontaktpunkt an!
Eine für alle gültige Stellenanzeige kann dieses Problem nicht lösen.

Sie können auch eine zusätzliche Funktion zur Abgrenzung von der Konkurrenz nutzen: Wenn Sie einen „Lohnbuchhalter als Teamleitung“ suchen, sprechen Sie damit einen ganz anderen Bewerber an als wenn Sie den Zusatz weglassen.

Natürlich hat alles seine Grenzen: Viel hilft hier nicht viel:
Einen „Steuerfachangestellten im Duisburger Süden mit der Zusatzqualifikation Buchhaltroniker als Leitung unserer Fibuabteilung“ zu suchen, macht keinen Sinn. Der Bewerber ist ja im „Scannermodus“ und überfliegt die Jobtitel. Wenn er ihn nicht schnell erfassen kann, fällt er durchs Raster. Und damit erreichen Sie dann das Gegenteil des Gewünschten: Kompliziertes wird ausgeblendet, weil es hier unnötig ist. Ihre Anzeige wird nie gelesen.

Der Blick auf die Konkurrenz

Natürlich geht es, wie immer im Marketing, auch darum, sich von der Konkurrenz abzuheben.
Also Marktrecherche zu betreiben. Das geht ja heute ganz leicht und kostet nur noch Zeit statt Geld:
Durchforsten Sie die Anzeigen Ihrer Kollegen und schauen Sie, was sich Ihre Konkurrenz so ausgedacht hat, um die begehrten Logenplätze zu ergattern.
Was spricht Sie an? Welche Art gefällt Ihnen und was nicht?
Können Sie eine gute Idee für Ihre Zwecke adaptieren?
Sie müssen das Rad keineswegs neu erfinden oder durch besonders kreative Anzeigen und Jobtitel glänzen.
Ziel ist es ja, gelesen zu werden und nicht, den Kreativpreis für die ungewöhnlichste Stellenanzeige zu gewinnen.

Der perfekte Jobtitel- damit Ihre Stellenanzeige auch gelesen wird
Dos & Dont´s für den perfekten Jobtitel

Dos im Jobtitel

Hier noch ein paar Ideen für Ihren perfekten Jobtitel:

  • Schreiben Sie den wichtigsten Teil des Jobtitels in GROßBUCHSTABEN. Eye-tracking Studien haben ergeben, dass Großbuchstaben eine höhere Aufmerksamkeit erzeugen. Das gilt vor allem dann, wenn Ihre Anzeige nicht im oberen Drittel der Ergebnisse angezeigt wird. Ist aber Geschmacksache.
  • Wählen Sie einen Jobtitel, der den Inhalt der Stelle beschreibt. Wie Sie es besser nicht machen sollten, lesen Sie in meinem Blog Beitrag: Das sollten Sie niemals in Ihre Stellenanzeige schreiben.
  • Nutzen Sie gängige Berufsbezeichnungen, nach denen auch gesucht wird
  • Seien Sie möglichst konkret in der Bezeichnung
  • Nutzen Sie das Asterisk* statt m/w/d, weil es sich angenehmer liest und damit Ihnen das nicht passiert
  • Geben Sie so viele Informationen wie möglich
  • Wählen Sie den Jobtitel dennoch so kurz wie möglich

Dont´s im Jobtitel

Das sollten Sie besser nicht tun oder schreiben:

  • Vewenden Sie keine betriebsinterne Stellenbezeichnung wie „Mitarbeiter für Kennziffer AD/7VA“. Was Sie tun können, wenn Sie „besondere Mitarbeiter“ suchen, können Sie in den 10 Mythen zum Fachkräftemangel lesen
  • Vermeiden Sie kreative Wortschöpfungen wie „Steuerlotse“ „Steuerninja“, die niemand sucht und versteht
  • Vermeiden Sie englische Begriffe wie „Pay-roll Expert“ für einen Lohnbuchhalter. Er weiß im Zweifel nicht, dass das auch eine Berufsbezeichnung für sein Aufgabengebiet sein kann. Näheres dazu können Sie auch im Blog Beitrag „Das sollten Sie niemals in Ihre Stellenanezeige schreiben“ lesen.
  • Nennen Sie keine Soft Skills wie „Zuverlässigen Bilanzbuchhalter“ im Jobtitel. Sie liefern keinen Mehrwert und schrecken höchstens ab.

Ihr Jobtitel ist perfekt

Wenn er das enthält, worum es in der Stellenanzeige geht und was den Job letztlich ausmacht.
Kleine Stellschrauben können helfen, Ihre Anzeige an der Konkurrenz vorbei zu schleusen.

Ein letzter Tipp:
Testen Sie einfach mit unterschiedlichen Jobtiteln, was am besten bei Ihren Bewerbern ankommt.

Und nun: Viel Erfolg mit Ihren perfekten Jobtiteln!


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